Office-Blog

5 Tipps zur Navigation in Excel 2010-Arbeitsblättern

25.06.2010   Dieter Schiecke

Beim Blättern in Tabellen geht schnell die Übersicht verloren, wenn Datenbestände Hunderte oder Tausende von Zeilen enthalten. Auch im rechten Teil einer Tabelle kann man sich schnell verirren, da Excel 2010 inzwischen 16.384 Spalten in einem Arbeitsblatt bietet.

Für solche Fälle bietet Excel Navigationshilfen. Die habe ich getestet und neuen Komfort sowie „Merkwürdigkeiten“ entdeckt.

Spaltenüberschriften sind jetzt “schlau”

Wenn ich in langen Tabellen nach unten scrolle, verliere ich irgendwann die Orientierung, welche Daten wozu gehören, denn ich sehe die Spaltenüberschriften nicht mehr.

Früher habe ich deshalb die Spaltenüberschriften fixiert. In Excel 2010 ist das nicht mehr erforderlich, denn jetzt sind Spaltenüberschriften “intelligent”. Was heißt das?

Beim Scrollen nach unten werden – wie unten gezeigt – die Spaltenüberschriften einfach in die Köpfe der Spalten (also da, wo sonst A, B, C usw. steht) übertragen. Perfekt, so spare ich mir das Fixieren.

Excel 2010: Tabelle ohne Fixierung

Excel 2010: Spaltentitel im Spaltenkopf

Aber: Damit dieser Komfort bei der Navigation verfügbar ist, muss der betreffende Datenbereich zuvor bei Excel als Tabelle “angemeldet” werden.

  • Dazu markiere ich eine beliebige Zelle im Datenbereich.
  • Dann klicke ich auf der Registerkarte Start auf Als Tabelle formatieren.
  • In dem nun eingeblendeten Katalog wähle ich eine passende Formatierung für die Tabelle.
  • Wenn Excel im folgenden Dialogfeld den richtigen Datenbereich vorschlägt, bestätige ich mit OK.

Excel 2010: Als Tabelle formatieren

Das Umwandeln des Datenbereichs hat zwei sofort sichtbare Folgen:

  1. Excel erhebt den Bereich in den Status einer Tabelle. Ab jetzt steht mir die zusätzliche Registerkarte Tabellentools mit einer Reihe nützlicher Befehle zur Verfügung – beispielweise Ergebniszeile.
  2. Die Tabelle erhält eine farbige Formatierung und die Spaltenüberschriften AutoFilter.

Wieder mal was Neues: Fixieren heißt jetzt Einfrieren

Wenn ich einen Datenbereich nicht als Tabelle definieren will und trotzdem Unterstützung beim Navigieren brauche, dann nutze ich den Befehl Fixieren. Er sorgt dafür, dass ich beim Scrollen in umfangreichen Tabellen stets meine Spalten- und Zeilenüberschriften sehe, auch wenn die Zellmarkierung gerade auf Zelle Y8888 steht.

Ein Beispiel: Ich markiere Zelle C3 und wähle den Fixieren-Befehl. Egal wie weit nach rechts oder unten ich jetzt scrolle, ich sehe immer die ersten beiden Zeilen und Spalten.

Den Befehl Fixieren kenne und nutze ich seit Excel 2.1. In Excel 2010 heißt der Befehl nun Einfrieren.

Kein Problem: Wenn das Glück einiger Leute davon abhängt, nach knapp 20 Jahren aus Fixieren ein Einfrieren werden zu lassen, dann kann ich damit gut leben, auch wenn ich es nicht verstehe.

Zu finden ist der Befehl Einfrieren – wie unten gezeigt – auf der Registerkarte Ansicht.

Excel 2010: Der Befehl Fenster einfrieren auf der Registerkarte Ansicht

Besser als in Excel 2003 zeigt mir Excel 2010 jetzt, dass ich beim Fixieren – pardon Einfrieren – drei Möglichkeiten habe. Ich wähle meist die erste, da ich so Zeilen UND Spalten fixiere – vorausgesetzt ich habe vorher EINE Zelle markiert.

Achtung, Falle! Einfrieren gibt’s gleich zweimal

Da ich die Funktion zum Fixieren häufiger brauche, habe ich sie mir schon immer als Symbol in eine der Symbolleisten eingebaut. Demzufolge will ich in die Symbolleiste für den Schnellzugriff das Symbol für den Befehl Einfrieren einbauen.

  • Ich wähle Datei – Optionen – Rubrik – Symbolleiste für den Schnellzugriff.
  • Unter Befehle auswählen setze ich den Filter auf Alle Befehle.
  • Ich scrolle in der Liste der Befehle nach unten, sehe den Eintrag Fenster einfrieren, wundere mich noch, dass der mit einer Lupe versehen ist, klicke auf Hinzufügen und auf OK.

Doch als ich das neue Symbol in meiner Symbolleiste für den Schnellzugriff teste, stelle ich verwundert fest, dass dies garantiert nicht Fixieren ist, was Excel da mit meinem Arbeitsblatt macht. Excel liefert mir einen vergrößerten Ausschnitt meines Tabellenblatts – in früheren Excel-Versionen hieß das Zoommodus Auswahl (2007) bzw. Zoom Markierung (2003).

Aber wenn ich nach unten oder rechts scrolle, ist nichts fixiert.

Was habe ich falsch gemacht?

  • Ich rufe noch mal die Excel-Optionen auf.
  • Beim langsamen Scrollen durch die Liste der Befehle sehe ich jetzt, dass es den Befehl Fenster einfrieren gleich zweimal gibt.
  • Der zweite (in der Abbildung unten grün hinterlegt) sagt mir vom Symbol her auch eher zu.

Excel 2010: 2 x Befehl Einfrieren, aber nur einer ist richtig

Also baue ich diesmal den zweiten Befehl Fenster einfrieren in meine Symbolleiste für den Schnellzugriff ein. Und siehe da, jetzt macht das Symbol das, was ich erwarte – es fixiert Zeilen- und Spaltenüberschriften des Arbeitsblatts.

Excel 2010: Angepasste Schnellzugriffsleiste

Als ich noch einmal zur Registerkarte Ansicht wechsle, stelle ich fest, dass es bereits dort zweimal den Befehl Fenster einfrieren gibt.

Hätte das in der Qualitätskontrolle bei Microsoft jemandem auffallen sollen? Zwei unterschiedliche Befehle, die unmittelbar nebeneinander liegen, die gleiche Bezeichnung, aber unterschiedliche Wirkung haben.

Ich hoffe doch sehr, das in der nächsten Excel-Version Fixieren wieder Fixieren heißt und die Verwirrung damit beendet wird.

Excel 2010: 2 x Einfrieren in der Registerkarte Ansicht

Wie geht’s am schnellsten zur letzten Zeile?

Wenn ich Blätter mit umfangreichem Tabellen öffne, ist eine meiner ersten Fragen, bis wohin der Datenbereich geht. Der schnellste Weg, um das herauszufinden ist für mich der folgende:

  • Ich klicke in die Tabelle – beispielsweise in B6.
  • Dann betätige ich die Tastenkombination Strg + Pfeiltaste nach unten.

Strg + Pfeiltaste unten

Ergebnis: Die Zellmarkierung steht in der letzten Zeile des zusammenhängenden Datenbereichs.

Die Alternative mit der Maus: Ich doppelklicke auf den unteren Rand einer Zelle – z.B. B6.

Wie geht’s am schnellsten zur letzten Spalte?

 

 

Analog dazu finde ich die letzte Spalte am äußerst rechten Rand eines Datenbereiches am schnellsten mit der Tastenkombination Strg + Pfeiltaste rechts bzw. per Doppelklick auf den rechten Rand der Zelle B6

Strg + Pfeiltaste rechts

Über den Autor

Dieter Schiecke

- Zertifizierter Office-Trainer mit den Schwerpunkten Excel, PowerPoint und Word
- Chefredakteur von »PowerPoint aktuell«
- Projekterfahrener Berater beim Umstieg auf neue Office-Versionen
- Routinierter Dienstleister beim Einführen firmengerechter Office-Vorlagen
- Autor für Microsoft Press, dpunkt.verlag und das »Projekt Magazin«

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3 Comments so far

HaraldPosted on  8:47 pm - Jun 14, 2011

Hat jemand eine Idee, wie das springen zum Arbeitsblattende mit Doppelklick abgestellt werden kann?
Bei einer größeren Liste, bei der mehrere Zeilen/Zellen nacheinander bearbeitet werden müssen und man wie gewohnt mit Doppelklick den Inhalt zum Ändern aktiviert ist es äußert nervig, wenn mann zufällig den Rand erwischt hat, wieder die Position zu suchen, die man zuletzt bearbeitet hat.
Nutze meistens Undo und dann eine Pfeiltaste um die Stelle wieder zu finden… aber wie gesagt nervig… wie oft muss ich ans Ende des Arbeitsblattes und wie oft klicke ich eine Zelle zum Bearbeiten an?
Hat da STRG und Pfeil nicht ausgereicht?

Christian KuhbandnerPosted on  9:46 am - Mai 6, 2011

Ich kann den Namenswechsel von „Fenster fixieren“ auf „Fenster einfrieren“ auch nicht nachvollziehen.

Lustig ist aber, dass das Wörtchen „fixieren“ doch noch in Excel 2010 vorhanden ist. Wenn man das Fenster eingefroren hat und dies anschließend über das gleiche Menü wieder rückgängig machen will (Ansicht–>Fenster einfrieren), steht dort tatsächlich „Fixierung aufheben“. Das müsste dann doch konsequenterweise „Fenster auftauen“ heißen, oder ? 🙂

UlfPosted on  12:57 pm - Nov 11, 2010

Sehr gute Tipps, haben mir sehr geholfen!

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