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Immer zur Hand: Währungsumrechner für Büro und Urlaub

15.07.2010   Kai Schneider

Sommerzeit ist Reisezeit! Die Koffer sind schon gepackt. Da die Fahrt auch in Länder führt, die nicht zur Euro-Zone gehören, lege ich mir in Excel eine Umrechnungstabelle an, die nach Eingabe eines Eurobetrags sofort in jede Nicht-Euro-Währung umrechnet.

Damit auch das richtige Währungskürzel zum ausgesuchten Land angezeigt wird, bemühe ich zusätzlich noch die Bedingte Formatierung.

Der Aufbau der Wechselkurstabelle

  1. In einem Tabellenblatt baue ich zunächst eine Wechselkurstabelle mit den aktuellen Kursen auf. Die Kurse habe ich mir aus dem Internet gezogen. In den Bereich B4 bis E4 gebe ich die Überschriften „Währung“, „Kurzbezeichnung“, „Kurs“ und „Währungskürzel“ ein.
  2. Dann markiere ich den Bereich B4:B17 und gebe ihm den Namen Währung. Dazu betätige ich die Tastenkombination Strg+Umsch+F3. Das Dialogfeld Namen aus Auswahl erstellen öffnet sich. Ich überprüfe, ob nur das Kontrollkästchen Oberste Zeile aktiviert ist (dort steht der Text „Währung“) und schließe das Dialogfeld mit einem Klick auf OK.
    Excel 2010: das Dialogfeld "Namen aus Auswahl erstellen"
  3. Anschließend markiere ich den Bereich B5:E17, betätige diesmal nur Strg+F3 und klicke im sich öffnenden Namens-Manager auf die Schaltfläche Neu. Das Dialogfeld Neuer Name fülle ich wie folgt :
    Excel 2010: Das Dialogfeld "Neuer Name"

Der Aufbau der Umrechnungstabelle

In einem zweiten Tabellenblatt baue ich jetzt meine Umrechnungstabelle wie folgt auf:

Excel 2010: Blick auf die Umrechnungstabelle

In Zelle C2 erstelle ich über die Registerkarte Daten, mit einem Klick auf die Schaltfläche Datenüberprüfung, in der Gruppe Datentools, eine Gültigkeitsliste.

  • Im Dialogfeld Datenüberprüfung lasse ich als Gültigkeitskriterium Liste zu.
  • Ich klicke in das Eingabefeld Quelle, rufe mit F3 die Liste der Namen in dieser Arbeitsmappe auf und wähle Währung aus. Nach Auswahl des Namens schließe ich das Dialogfeld mit OK.

Excel 2010: Das Dialogfeld für die Datenüberprüfung

Wenn ich nun C2 markiere, erscheint am rechten Zellrand ein Dropdownfeld. Über das Dropdownfeld habe ich Zugriff auf die Liste der verschiedenen Währungen und kann z.B. Schweizer Franken auswählen.

Auf den Text der Auswahl werde ich mich später beim Einrichten der bedingten Formatierung beziehen.

  • Zelle B5 ist meine Eingabezelle. In ihr gebe ich den umzurechnenden Eurobetrag ein.
  • Zelle C5 enthält die Formel für die Währungsumrechnung. Sie lautet:
    =B5*SVERWEIS($C$2;Wechselkurstabelle;3;FALSCH)

Mit der Funktion SVERWEIS lasse ich den in C2 ausgewählten Währungstext in der ersten Spalte meiner Wechselkurstabelle suchen. Wird er gefunden, liest die Funktion den Wert aus der dritten Spalte der Tabelle heraus und multipliziert ihn mit dem Wert in Zelle B5.

Hier ein Beispiel:

Es wird der Wechselkurs für Schweizer Franken gesucht.

  • Da ich das 4. Argument der Funktion SVERWEIS auf FALSCH gesetzt habe, sucht die Funktion in der ersten Spalte der Wechselkurstabelle nach der genauen Übereinstimmung des ausgewählten Textes ”Schweizer Franken“.
  • Wird der gefunden, liest die Funktion in derselben Zeile (in Spalte 3) den Wert 1,3341 aus.
  • Dieser Wert wird mit dem Eurobetrag in Zelle B5 (1,00 €) multipliziert.
  • Das formatierte Ergebnis lautet bei meinem Beispiel: 1,33 CHF.

Excel 2010: Umrechnung am Beispiel Schweizer Franken

Anzeige der Währungskürzel mittels bedingter Formatierung

Mit der Gültigkeitsliste in Zelle C2 sollen zwei Dinge sicher gestellt werden:

1. Anhand der Auswahl wird der richtige Kurs aus der Wechselkurstabelle herausgesucht und in der Formel der Zelle C5 benutzt. Fehleingaben sind damit ausgeschlossen. Dieser Schritt ist bereits erledigt.

2. Gleichzeitig soll aber auch der ermittelte Betrag mit dem dazugehörigen Währungskürzel angezeigt werden. Das muss ich noch durchführen.

Hierzu setzte ich jetzt die bedingte Formatierung wie folgt ein:

  • Zunächst markiere ich die Zelle C5.
  • Über die Registerkarte Start, in der Gruppe Formatvorlagen, klicke ich auf die Schaltfläche Bedingte Formatierung und wähle anschließend Neue Regel.
  • Im Dialogfeld Neue Formatierungsregel klicke ich auf den Regeltyp Formel zur Ermittlung der zu formatierenden Zellen verwenden.
  • In das Eingabefeld für die Regelbeschreibung tippe ich folgende Formel für den Schweizer Franken ein: =$C$2=“Schweizer Franken“
  • Mit einem Klick auf die Schaltfläche Formatieren gelange ich in das Dialogfeld Zellen formatieren.
  • Auf der Registerkarte Zahlen, in der Kategorie Benutzerdefiniert gebe ich in das Eingabefeld unter Typ das folgende benutzerdefinierte Zahlenformat ein: #.##0,00″ CHF“_m

Das Zahlenformat setzt sich aus drei Teilen zusammen:

1 #.##0,00 Die errechnete Zahl wird bei mehr als drei Stellen vor dem Komma mit dem Tausendertrennzeichen (Punkt) und stets mit zwei Nachkommastellen formatiert
2 “ CHF” Diese Zeichenkette enthält als erstes Zeichen einen Leerschritt, um den Betrag vom Währungskürzel optisch zu trennen. Es folgt das betreffende Währungskürzel.
3 _m Der Teil ist für die “Schönheit” verantwortlich: Der Unterstrich besagt, das in der Breite des darauffolgenden Zeichens (hier das kleine m) Platz frei gehalten wird – hier also zum rechten Zellrand, da es sich um Zahlen handelt. Das breite, große oder kleine M oder W sind für mich ideal.
  • Mit OK schließe ich die Dialogfelder.

Steht in Zelle C2 die Auswahl auf Schweizer Franken, bekomme ich den errechneten Betrag mit dem Währungskürzel CHF angezeigt. Bei allen anderen Auswahlen ist im Moment nur die Standardformatierung der Zelle C2 zu sehen.

Jetzt ist Fleißarbeit angesagt, denn für alle anderen Währungen muss ich die oben beschriebenen Schritte für die Bedingte Formatierung entsprechend wiederholen. Am Ende habe ich für mein Beispiel dreizehn bedingte Formate hinterlegt. Der Aufwand lohnt sich!

Hinweis

Mit Excel 2007 wurde bereits der Einsatz benutzerdefinierter Zahlenformate innerhalb der Bedingten Formatierung eingeführt. Aber dieses neue Feature funktioniert erst in Excel 2010 zufriedenstellend.

Über den Autor

Kai Schneider

- Langjähriger IT-Leiter und erfahren im Zusammenspiel von Outlook & Exchange
- Chefredakteur von »Outlook inside«
- Zertifizierter Office-Trainer mit den Schwerpunkten Outlook, Word, OneNote
- Zertifizierter Microsoft Cloud Specialist und Office 365
- Praxiserprobter Experte für mittelständische Firmen zu Office 365
- Profi für das Virtualisieren von Office- und Windows-Schulungsumgebungen
- Fachbuchautor und video2brain-Trainer zu Outlook, OneNote und Office 365

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4 Comments so far

minotPosted on  3:12 pm - Sep 23, 2013

Hallo,

ich bin über die Suchen() sie noch oder Finden() sie schon oder so ähnlich in diesem Blog gelandet und lese gerade mit großen Interesse die Artikel.

Mit der bedingter Formatierung stehe ich fast noch auf Kriegsfuß insofern würde ich das Währungskürzel mit einem SVERWEIS holen.

=VERKETTEN(TEXT(B5*SVERWEIS($C$2;Wechselkurstabelle;E2;0);“#.000,00″);“ ”;SVERWEIS(C2;Wechselkurstabelle;2;0))

Sofern man mit dem FX Betrag nicht mehr rechnen will sollte das auch eine gute Lösung sein.

Liebe Grüße aus Österreich
minot

ceePosted on  10:08 am - Jun 14, 2011

Hallo Frank,

Danke für diesen Tipp.
Ich habe zwar nach etwas anderem gesucht, aber es sah so gut aus, dass ich es trotzdem mal ausprobiert habe. Ich denke, ich werde das gelernte aus diesem Tip in der einen oder anderen Form wieder verwenden.

Weitere Grüsse aus der Schweiz…
cee

GinskyPosted on  10:37 am - Nov 9, 2010

Guter Tipp!
Zusätzlich kann man sich per Webdatenverbindung eine Echtzeitabfrage zu den Kursen bauen. (Ich verwende dazu die Adresse: http://interactive.nzz.ch/clip.html?CLIP_TYPE=currency_overview&prot=0japn6A2Wqcm)
Je nach Bedarf kann man auch hier der Quelle einen Namen geben. So lässt sie sich einfach per SVERWEIS abfragen. Tolle Sache 🙂
Grüsse aus der Schweiz
Ginsky

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